Dynamik in Netzwerken

3. Dynamik in Netzwerken

Nachdem im vorhergehenden Kapitel auf das mediale Umfeld der Kommunikation eingegangen wurde, geht es nun in der zweiten Teilfrage (F1.2) darum, welche Einflüsse auf die Struktur von Netzwerken wirken und wie Netzwerke in diesem Umfeld entstehen und sich verändern.

„Netzwerke entstehen durch die Wahlentscheidungen und Strategien der sozialen Akteure, seien dies nun Individuen, Familien oder Gruppen. Zur großen Transformation der Soziabilität ist es in komplexen Gesellschaften daher gekommen, als Netzwerke räumliche Gemeinschaften als wesentliche Formen der Soziabilität ersetzt haben.“(Castells 2005: 140)

Medienübergreifendes, ego-zentriertes Netzwerk

Abbildung 3.1: Medienübergreifendes, ego-zentriertes Netzwerk

In der Abbildung 3.1 ist ein ego-zentriertes Netzwerk mit medienspezifischen Verbindungen dargestellt, welches die Nutzung verschiedener Medien durch ein Individuum und die dadurch entstehende Vernetzung illustriert. Ein Individuum nutzt in diesem Beispiel E-Mail, ein Forum sowie Instant Messaging. Seine Kontakte unterhalten jeweils wiederum Kontakte zu anderen Nutzern. Einige verwenden ebenso mehrere Kommunikationsmedien. Ein Akteur ist in allen drei medialen Netzwerken vertreten. Von diesem Akteur sind dem EgoKontaktdaten zur Kommunikation in allen drei Medien bekannt.

Die Individuen können über multiple Identitäten, beispielsweise berufliche, fachliche oder private, innerhalb des jeweiligen Mediums verfügen (vgl. Köhler 2003: 43 f.)⁠, z. B. mehrere, auf den jeweiligen Zweck und Kontext beschränkte E-Mail-Adressen, Foren-Profile, etc. Diese virtuellen Identitäten können neu erzeugt oder aufgegeben werden (vgl. Döring 2003: 354 ff.)⁠, was zu Veränderungen im jeweiligen medialen Netzwerk führt. Ebenso können Netzwerkteilnehmer ihr gesamtes Netzwerk aufgeben oder aus diesem ausscheiden und damit Strukturen und Kommunikation innerhalb der Netzwerke verändern (vgl. Stegbauer 2006a: 60 f.)⁠. Diese und weitere Vorgänge werden im Nachfolgenden betrachtet.

Kaiser, A. (2011): Social Virtuality – Strukturen, Dynamik, Analyse und Simulation in sozialen virtuellen Netzwerken (1. Aufl.). Herzogenrath: Shaker Verlag

Dieser Beitrag wurde unter Social Virtuality - Das Buch abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *